Wir war das denn im Süden von Afrika, so insgesamt betrachtet? Ganz unglaublich!

Hallo zusammen,

Afrika liegt nun hinter uns, kaum zu glauben, eine ganze Station auf einem Kontinent schon wieder zu Ende. Die Zeit rast nur so. Wir haben uns für Afrika insgesamt vier Monate Zeit genommen, zwei Monate weniger, als wir erst gedacht hatten. Nach unserer grandiosen Safari waren wir der Ansicht „das können wir nicht mehr toppen“. Da machten wir uns lieber auf die Reise nach Süd-Amerika.

Sonnenuntergang über Windhuk - toll, nicht wahr?

Sonnenuntergang über Windhuk – toll, nicht wahr?

Afrika! Was für ein bemerkenswerter Trip uns da gelungen ist. Wir haben ganz langsam in Namibia gestartet, um uns zu akklimatisieren (auf 1.700m) und erst einmal herauszufinden, wie wir die Reise dort im Süden von Afrika am besten angehen sollten. Vier Wochen Windhuk (Namibia) klingt sehr viel, wir brauchten aber tatsächlich die Zeit um alles für klar zu bekommen (hier geht es zu den Windhuk-Fotos). Auch wenn ich es schon einmal geschrieben hatte, so hat uns sicherlich am meisten beeindruckt, wie der Umgang der Menschen untereinander in Namibia ist, zwischen Schwarzen und Weißen und zwischen Weißen und Weißen. Was ist das denn aber für ein „Farbenthema“, das da jetzt zur Sprache kommt?! …es ist übrigens nicht despektierlich, wenn man von „Schwarz und Weiß“ spricht … oder in einem Blog schreibt… Sowohl die Schwarzen als auch die Weißen sprechen wechselseitig mit diesen ganz neutralen Begriffen. Dieses Thema begleitet uns im Grunde täglich bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten, beim Einkaufen, auf dem Campingplatz an der Grenze usw.  Es wird besonders gerne von einheimischen Weißen vorgebracht. Die Weißen, vor allem die Südafrikaner, jammern sehr und beklagen, dass „alles den Bach runter gehen würde“. Vielleicht stimmt das in Teilen, dennoch ist uns selbst immer wieder aufgefallen, wie gut so manche Infrastruktur sich in den letzten Jahren entwickelt hat: Sind wir noch vor 10 Jahren von Schlagloch zu Schlagloch gefahren, fanden wir heute fast flächendeckend überraschend gute Straßen vor. Überall entstanden Einkaufscentren dort, wo wir vor 10 Jahren noch an besser belebten Tankstellen vorbeigefahren sind. Und es entstanden allerhand Wohnhäuser. Natürlich gibt es auch noch zahlreiche Wellblech-Townships, aber eben auch jede Menge „Vororte“, die aus neugebauten, wenn auch einfachen und meist bunten Häuschen bestehen.

Schnell Freundschaft geschlossen.

Schnell Freundschaft geschlossen.

Die Weißen in Namibia und Südafrika haben offenkundige Sorgen, verdrängt zu werden. Die Gesetzte ändern sich immer mehr und man versucht, die Fehler der Apartheid auszubügeln. Das ist natürlich viel leichter gesagt als getan, es gibt viel Aktionismus und Populismus um die Frage, wer denn nun welche Aufgaben bevorzugt übernehmen soll und darf. Es gibt sehr viele Reglungen, die es den Weißen kaum noch erlauben, wichtige Aufgaben im Land zu übernehmen. Nicht zuletzt in der Industrie, der Produktion, der Bildung und bei der Bekleidung öffentlicher Ämter werden Schwarze stark bevorzugt berücksichtigt. Die Weißen beklagen sich, dass alles viel zu schnell gehen würde und die Schwarzen noch nicht in der Lage wären, einen Staat zu lenken und eben all die schwierigeren Aufgaben angemessen zu erledigen. Auf der anderen Seite monieren die Schwarzen, dass die Weißen ja selbst Schuld wären falls es denn stimmen würde, das gewisse Voraussetzungen bei den Schwarzen fehlen würden. Denn es waren ja die Weißen, die die Schwarzen so lange von Bildung und Verantwortung fern gehalten haben. Jeder kann hanebüchende Geschichten erzählen. Kaum zu erkennen, wo die Entwicklung hinführt, auf alle Fälle aber führt es zu einer Flucht der Weißen ins Ausland. Und damit entschwindet sehr schnell sehr wichtiges Know-how, das nicht an die Verbliebenen transferiert wurde. Das sind eher schlechte Vorzeichen, so wie ich es deute. Offensichtlich schadet die Entwicklung allen Beteiligten sehr und man kann nur hoffen, dass das Richtige irgendwann erkannt wird zwischen all dem nachvollziehbaren Populismus und dem systematischen Nichterkennenwollen. Dies alles ist nur zu menschlich, gerade wenn man bedenkt, was für ein Drama die Apartheit war. Aber es ist genauso offensichtlich, dass es nur „gemeinsam geht“ und man sowohl in Namibia als auch in Südafrika nur gemeinsam eine florierende Zukunft finden kann. … alles sehr schwer zu durchblicken, sehr schwer, sich eine Meinung zu bilden…

Heike und mir als Weißen fällt dabei sehr deutlich auf: Die Weißen sind ganz besonders nett, zuvorkommend, hilfsbereit und aufrichtig liebenswert gegenüber anderen Weißen. So was Freundliches ist uns noch nirgendwo begegnet! Man bekam etwas das Gefühl, als denken die Weißen, sie müssten besonders dicht zusammenrücken … um nicht zu schnell untergebuttert zu werden. Aber was auch immer der genaue Auslöser ist, wir haben uns sehr wohl gefühlt. Der Umgang zwischen Schwarz und Weiß ist – nach den harten Zeiten der Apartheid – in Namibia positiv neutral, eigentlich ganz ok, so will ich es mal beschreiben. Man muss sicherlich dennoch die Augen offen halten, denn das Einkommensniveau zwischen Schwarz und Weiß ist noch dramatisch unterschiedlich, so dass Kriminalität natürlich vorkommt. Überall sieht man Stacheldraht, Mauern und Security, das wirkt etwas bedrückend, muss wohl aber sein. Wir hatten jedoch keine brenzlige Situation erlebt, waren sicherlich aber auch durchaus vorsichtig unterwegs.

Der Himmel brennt.

Der Himmel brennt.

Unglaublich positiv war auch das ununterbrochen schöne Wetter („Sonnenschein“) und die grandiosen Sonnenuntergänge in Namibia, jeden Abend. Trotzdem wurde es nachts empfindlich kalt, kein Wunder, ist ja Winter gewesen. Und dann ist da noch das herrliche Rindfleisch, wir hatten ja keine Ahnung, dass es hier die besten Steaks überhaupt gibt, lecker! Sonst war das Essen ok bis gut, aber nicht so vielfältig, wie wir es gerne gehabt hätten (hier unser Esstisch). Ja, natürlich war da dann auch noch die herrliche Landschaft zwischen Bergen und Wüste in Namibia, phantastisch! …die Fotos habt Ihr ja selbst gesehen (Landschaften und noch mehr, Wüste, Geisterstadt, Dünen).

Die 100 Tage Safari – eine unbeschreibliche Erfahrung

Wir hatten natürlich vorher schon gehofft, dass das mit den „wilden Tieren in Afrika“ sehr schön wird. Und so war es auch. Die Entscheidung, das Ganze im Camping-Modus zu erleben hätte nicht richtiger sein können. Natürlich waren diese 100 Tage auch von Entbehrungen geprägt, das war aber Nebensache.

Besucher in der Nacht am Camp-Feuer (total süß!)

Mittendrin zu sein, gerade in Namibia (z.B. die Etosha Pfanne mit ihren Tieren und Landschaften, auch der Caprivi Streifen mit Tieren und mehr) und auch in Botswana (Chobe, Okavango, Moremi, Kalahari) war einmalig. Vor allem Botswana ist der Knaller, man muss „den ganzen Tag lang um Elefanten drumrumfahren, da die laufend irgendwo im Weg rumstehen“. Kaum zu glauben. Sehr wild, sehr ländlich. Da kam uns Südafrika mit seinen unglaublichen Gebirgsformationen und den vielen in den letzten Jahren entstandenen Shopping Malls (Fotos) schon vor wie tiefste Zivilisation. Der Kruger Park war sicherlich das Highlight  in Südafrika (Fotos).

Büffelherde - phantastisch!

Büffelherde – phantastisch!

Niemals werde ich vergessen, wie wir nachts um 02:00 Uhr für mehr als eine Stunde wach lagen, weil eine riesige Wasserbüffelherde nur einen Steinwurf von unserem Wagen entfernt vorbeizog, schnaufend, brüllend, fast singend. Selten hat mich etwas so beeindruckt wie diese unglaublichen Wasserbüffelherden, die wir sogar zweimal nachts „treffen“ durften. Auch die Victoria Fälle in Simbabwe waren eine tolle und außergewöhnliche Sache (Fotos).

Immer Zeit für ein nettes Selfi bei schönem Sunset.

Immer Zeit für ein nettes Selfi bei schönem Sunset.

Wir hatten anstrengende 100 Tage während der Safari, kein Zweifel, und dennoch waren es 100 unvergessliche Tage. Es erfrischte dabei, dass alles ganz anders war als in Asien, kaum etwas, das wir hätten vergleichen können: Essen, Menschen, Kultur, Sprache, Städte, Dynamik, Tierwelt oder so.

 

 

Wir sind noch immer ganz aufgeregt! … und jetzt geht es weiter nach Süd-Amerika mit einem kleinen Zwischenstopp in Dubai.

Ganz liebe Grüße,
Heike & Carsten
P.S. Heike hat übrigens in ihrem Blog auch etwas zu Afrika schrieben – schaut doch mal 🙂

Über Carsten Nolte

Hallo! Meine Frau Heike und ich gehen im Mai 2014 für ca. 2 Jahre auf Weltreise. Wir starten in Asien (Thailand) und werden dananch wahrscheinlich Zentral-Afrika und Süd-Amerika bereisen. Und das möchten wir in diesem Blog festhalten. Wir sind selbst sehr gespannt, wie das wird :-)
Bild | Dieser Beitrag wurde unter Botswana, Essen, Namibia, Südafrika, Simbabwe abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Wir war das denn im Süden von Afrika, so insgesamt betrachtet? Ganz unglaublich!

  1. baracaya schreibt:

    Danke, ihr lieben! Ich bin immer wieder von euren Reiseberichten begeistert. DIe Zusammenfassung von Afrika liest sich so toll, fast empfinde ich, als wäre ich mit dabei gewesen 🙂

    Gefällt mir

Ich freue mich über jeden Kommentar, sei er auch noch so kurz!

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s